Was ist Ransomware? Einfach erklärt
Stand: August 2026 · Ransomware ist Malware, die Daten verschlüsselt oder den Zugriff auf ein Gerät sperrt und anschließend Geld verlangt. Moderne Angriffe können Daten zusätzlich stehlen und mit einer Veröffentlichung drohen. Bezahlen garantiert weder die Entschlüsselung noch das Löschen kopierter Daten.
Soforthilfe bei einer Ransomware-Meldung
- Trenne das betroffene Gerät sofort vom Netzwerk. Schalte WLAN aus und ziehe das Netzwerkkabel. Trenne angeschlossene externe Laufwerke.
- Isoliere weitere auffällige Geräte. Öffne keine Dateien im gemeinsamen Netz und verbinde keine Sicherungslaufwerke.
- Fotografiere die Lösegeldforderung und Fehlermeldungen. Notiere Dateiendungen, Uhrzeit und die ersten betroffenen Geräte.
- Beende nicht wahllos Prozesse und lösche keine Dateien. Beweise und mögliche Wiederherstellungsdaten können sonst verloren gehen.
- Hole fachkundige Hilfe. In Unternehmen sofort IT beziehungsweise Incident Response informieren; privat bei größerem Schaden eine vertrauenswürdige Fachstelle einschalten.
- Erstatte Anzeige. Zahle nicht vorschnell und nimm keinen Kontakt über Links oder Chats in der Forderung auf.
Wichtig: Wenn du ein Gerät nicht vom Netzwerk trennen kannst und die Verschlüsselung sichtbar weiterläuft, kann Ausschalten die weitere Ausbreitung begrenzen. Dabei können jedoch flüchtige Spuren verloren gehen; in einer Organisation entscheidet möglichst die zuständige IT.
Wenn noch keine Lösegeldforderung oder Dateiverschlüsselung sichtbar ist, beginne mit Verdacht auf Malware – was tun?.
Was Ransomware genau macht
Der Name verbindet „ransom“ – Lösegeld – mit Software. Manche Varianten verschlüsseln persönliche Dateien, andere sperren das gesamte System. Bei einer sogenannten Doppel-Erpressung kopieren Angreifer Daten vor der Verschlüsselung und drohen zusätzlich mit Veröffentlichung.
Ransomware kann auch erreichbare Netzlaufwerke, Server, Cloud-Synchronisationen und ständig angeschlossene Backups treffen. Darum reicht es nicht, nur die sichtbare Lösegeldnotiz zu schließen.
Woran du einen echten Befall erkennst
- Viele Dateien lassen sich plötzlich nicht öffnen oder tragen eine neue Endung.
- In mehreren Ordnern erscheinen gleichartige Text- oder HTML-Dateien mit einer Geldforderung.
- Der Desktop oder Sperrbildschirm zeigt eine Erpressungsnachricht.
- Auch Netzlaufwerke oder angeschlossene Speichermedien verändern sich.
- Sicherheitsprogramme melden Ransomware oder verdächtige Verschlüsselungsaktivität.
Eine Browserseite mit blinkender Warnung, Countdown und Telefonnummer ist dagegen häufig Supportbetrug. Webseiten können den ganzen Computer nicht zuverlässig auf Ransomware untersuchen. Schließe den Tab, rufe die Nummer nicht an und installiere keine dort angebotene Software.
Wie Ransomware eindringen kann
- Phishing-Links und unerwartete Anhänge
- gefälschte Downloads und manipulierte Installationsdateien
- ungepatchte Betriebssysteme, Server, Router oder Programme
- gestohlene Zugangsdaten für Fernzugriff oder Cloud-Dienste
- bereits vorhandene Malware, die später Ransomware nachlädt
Ransomware ist damit eine Unterart von Malware. Den größeren Zusammenhang erklärt Was ist Malware?.
Warum eine Lösegeldzahlung keine sichere Lösung ist
Eine Zahlung finanziert die Täter und bietet keine Garantie: Der Schlüssel kann fehlen, die Entschlüsselung fehlschlagen oder gestohlene Daten können trotzdem veröffentlicht werden. Außerdem kann das ursprüngliche Einfallstor offenbleiben.
Organisationen sollten rechtliche, versicherungsbezogene und behördliche Meldepflichten mit den zuständigen Stellen klären. Privatpersonen sollten Bank oder Zahlungsdienst informieren, falls sie bereits gezahlt oder Finanzdaten weitergegeben haben.
Wiederherstellung: erst bereinigen, dann Daten zurückspielen
- Ermittle mit fachkundiger Hilfe, welche Geräte und Konten betroffen sind und wie der Zugriff erfolgte.
- Setze kompromittierte Systeme sauber neu auf oder bereinige sie nach einem belastbaren Verfahren.
- Schließe das Einfallstor und installiere Sicherheitsupdates.
- Ändere betroffene Zugangsdaten von einem vertrauenswürdigen Gerät.
- Prüfe Backups, bevor du sie mit dem bereinigten System verbindest.
- Stelle Daten aus einer Sicherung wieder her, die vor dem Angriff erstellt wurde und nicht verändert ist.
Ein frei verfügbares Entschlüsselungswerkzeug kann bei einzelnen bekannten Varianten helfen. Lade solche Werkzeuge nur aus anerkannten behördlichen oder etablierten Sicherheitsquellen und arbeite möglichst auf Kopien der verschlüsselten Daten.
Ransomware wirksam vorbeugen
- Backups: Halte mindestens eine aktuelle Sicherung offline oder technisch getrennt und teste die Wiederherstellung.
- Updates: Aktualisiere Betriebssystem, Browser, Apps, Router und erreichbare Server zeitnah.
- Konten: Nutze einzigartige Passwörter, Zwei-Faktor-Authentifizierung und nur notwendige Rechte.
- E-Mail und Downloads: Öffne unerwartete Anhänge nicht und lade Programme nur aus verifizierten Quellen.
- Windows-Schutz: Lass Windows-Sicherheit aktiv und aktuell; mehr unter Windows Defender richtig nutzen.
- Netzwerk: Gib Ordner und Fernzugriffe nur frei, wenn sie benötigt und abgesichert sind.